Blinddate
Es mag auf den ersten Blick etwas befremdlich klingen, doch es entspricht spätestens auf dem zweiten der Realität: Das, was in Südeuropa und anderen Regionen seit Ewigkeiten Tradition hat (den möglichen Partner eben nicht ansatzweise zu kennen), ist in den vergangenen Jahren in Deutschland zu einer eventähnlichen Bereicherung geworden – die Rede ist vom Blind-Date.
„Unser“ Blind-Date ist freiwillig und führt vermutlich nur in den seltensten Fällen zu einer Heirat.
Beim modernen Blind-Date trifft man sich mit einem Partner, zu dem entweder die ersten Kontakte per Internet geschlossen wurden – oder eine Agentur vermittelt hat.
Solche Agenturen arrangieren entweder Treffen, bei denen mehrere Singles zusammenkommen oder aber auch nur für zwei Singles, die „höchstwahrscheinlich“ bestens (was auch immer das heißen mag) harmonieren. Solche injizierten Treffen können ein Speed-Dating, Silent-Dating oder ganz neumodisch auch ein Hate-Dating sein. Weitere Blind-Date-Trends sind aber auch das Single-Kochen, Single-Brunchen oder Single-Golfen – alles Beweise, dass der Markt zweifelsohne Bestand hat.
Wer sich persönlich mit einem potenziellen Partner zum Blind-Date verabredet hat, hat zumeist schon im Vorfeld mehr oder weniger lange Dialoge in einem Online-Flirtchat geführt, so dass er oder sie vermutlich schon ein paar Informationen hat, die hoffentlich auch der Wahrheit entsprechen.
Egal, wie und warum es zu einem Blind-Date kommt: Die Aufregung wird sicher auf beiden Seiten hoch und Erwartungen geschürt sein. Diese Spannung, wie der oder die Fremde wohl sein wird; die Frage, ob wirklich Funken sprühen werden und das selbst auferlegte realistisch bleiben. Sicher sind sich beide bewusst, dass der Ausgang dieses Treffens absolut offen ist: Wird es ein Reinfall, DER Glückstag oder einfach nur ein netter Abend? Unterstreicht das Blind-Date den Eindruck oder will man lieber im Erdboden versinken? Wie dem auch sei – jeder sollte das Beste draus machen.
